Suchtprävention

Suchtprävention muss sich an den Ursachen und an der Entwicklung süchtigen Verhaltens orientieren, die auf das Zusammenspiel verschiedener Faktoren zurückzuführen sind. Das Individuum mit seiner spezifischen Konstitution, seiner Lebensgeschichte, seinem sozialen Umfeld ist ebenso bedeutsam wie die Verfügbarkeit des Suchtmittels, seine Wirkung auf sein Image.

Suchtprävention sollte "drogenunspezifisch" sein. Dahinter steht die Einsicht, dass beim Phänomen Sucht und süchtigem Verhalten, neben der einzelnen Droge vor allem psychosoziale und soziokulturelle Faktoren eine große Rolle spielen und daher ursachenorientierte Prävention auf die gesamten Lebensbedingungen als mögliches Ursachenbündel Einfluss nehmen muss.

1. Prävention soll den einzelnen befähigen, seine Bedürfnisse wie z. B. Ernährung, Wohnen, Geborgenheit, soziale Anerkennung, Liebe und Sinnerfüllung zu erkennen und bestmöglichst so befriedigen zu können, dass er physisch, psychisch, geistig-seelisch und sozial gesund bleibt. Er soll befähigt werden, seine Umwelt aktiv und seine Bedürfnisse entsprechend mitzugestalten.

2. Prävention soll mithelfen, die Umwelt so zu gestalten, dass Menschen in ihr sich zu ihrem Wohl und zum Wohl der Gesamtheit entfalten können. In diesem Sinn strebt ursachenorientierte Prävention auch gesellschaftliche Veränderungen unter dem Stichwort "Humanisierung" an.